”Ich singe zwar sehr viel von Sex, doch ich hatte selbst noch keinen! Denn ich habe eine Mädchenhaarallergie.“ Bereits bei dieser ersten Liedzeile wird klar: Das ist sympathisch. ”Blockflöte des Todes“ nennt sich die Ein-Mann-Formation, die mit eben solchen Liedzeilen von sich zu hören machen will. Komplett ohne Flöten, weder Quer- noch Block, kommt Matthias Schrei aka Blockflöte des Todes Grob gerastert als Singer/Songwriter daher und kann eingeordnet werden in die Mischung ”Fanny van Dannen“ trifft auf “Die Ärzte”.
„Ich singe nur über Dinge, die mich betreffen, mir passiert sind, von denen ich was weiß.“, sagt er. „Die Ideen kommen aus dem Alltag – das ist es wohl auch, was viele der mir wohlgesonnenen Zuhörer an mir schätzen.“ So ein Alltag kann oftmals komisch sein, ein wichtiges Element der Blockflötenlieder. „Oft kommen die Textideen kurz vorm Einschlafen und dann spiele ich eine Weile lang mit den Worten rum und gucke, was man da so ringsherum basteln könnte. Wenn ich dann morgens aufwache und den Text immer noch im Kopf habe, schnappe ich mir eine Gitarre oder geh’ ans Klavier und mache ein Lied daraus. Manchmal ist es auch genau umgekehrt, aber das ist schwieriger“, erklärt die Blockflöte.
Matthias Schrei wurde im Mai 2004 auf Grund starker Linkstranspiranz (Schweißfuß) ein Unterschenkel amputiert und seither fehlt ihm die Ambition ernsthaft Musik zu machen. Wozu auch?! Er bekommt seine Drogen auf Rezept und für eine Sing- & Tanzkarriere fehlt es ihm an elementaren physischen Voraussetzungen. Stattdessen sitzt er kichernd in seinem Zimmer, freut sich über doppelt so viele Socken und schreibt Texte, die er mit – nicht gerade weit hergeholten – Harmonien unterlegt, legt keinen Wert darauf beim Singen die richtigen Töne zu treffen und ist tagelang angestrengt damit beschäftigt, seinen Bartwuchs unter Kontrolle zu bringen.
Seine ersten beiden Alben (legs & drugs & rock n roll und Platte Macchiato) sind Sammelsurien abstruser und opiathaltiger Ideen, die nun in ausgereifter Form und in Verbindung mit neuen Stücken auf dem ersten Studioalbum Wenn Blicke Flöten Könnten erscheinen werden. Die erste Singleauskopplung ist die oben genannte Mädchenhaarallergie und erschien am 16. April.
Diesen Donnerstag spielt die Blockflöte im Berliner Fire Club in der Zionskirchstr. 5, 10119 Berlin. Beginn 21 Uhr
Inforand verlost aktuell Tickets für den Gig. Wer zu den Gewinnern zählen will, schreibt eine Mail an redaktion@inforand.de
